Liebe Mühlenfreunde,
Die weiße Pracht an unserer Wassermühle sieht zwar sehr schön aus, hat aber auch ihre Tücken. Am Aalfang haben sich große, bizarr geformte Eiszapfen gebildet. Unsere Laufenten finden zwar noch eisfreie Wasserflächen zum Schwimmen, aber man merkt schon, dass sie es lieber ein wenig wärmer hätten.
Da die Mühlenteiche zugefroren sind, können unsere Müller momentan auch nicht mahlen. Das ist nicht weiter schlimm, denn das Mehl, aus dem unsere Backtruppe an diesem Sonnabend Brot backen will, ist bereits fertig. Die Müller haben nämlich rechtzeitig vorgearbeitet.
In der Woche waren einige unserer Aktiven auch wieder fleißig für die Mühle im Einsatz. Montag und Dienstag kreischte die Brennholz-Wippsäge auf dem Mühlenhof. Am Dienstag hat Claus auch noch mit der Tischkreissäge in der Sägerei gesägt. Die Kettensäge kam auch zum Einsatz. Es gab also richtig was auf die Ohren. Jeder konnte hören, dass an unserer Schönen wieder richtig gearbeitet wurde. Die Dienstagstruppe hat unterdessen an einem zweiten manuellen Holzspalter gearbeitet, der so gut wie fertig ist und demnächst von Kindern genutzt werden kann.
In der Pause gab es wieder lecker Essen und heißen Kaffee. Die Huckis, die diesmal mit einem Pkw anreisten, weil ihr Bus streikte, konnten leider nicht so lange bleiben. Auf jeden Fall wurde bei der Arbeit und in der Pause wieder viel geflachst und gelacht.
Damit in diesem kalten Tagen genügend trockenes Brennholz für des Kamin und den Ofen in der Müllerstube parat liegt, hat Carsten schon mal zur Axt gegriffen. Ursula hat die Holzscheite gleich in den Schuppen gebracht. Die Brennholzvorräte im Hauptgebäude sind aufgefüllt und Franzl will uns beim Mühlenputz wieder kräftig einheizen. Damit klar ist, welches Holz für Ofen, Kamin, Küchenherd, Lehmbackofen oder Gulaschkanone vorgesehen ist, will Stefan entsprechende Schilder herstellen, die wir möglicherweise schon beim Mühlenputz anbringen können. Wenn es demnächst wärmer wird, sollten wir auch das alte Mühlenstraßen-Schild an der Karoxbosteler Chaussee abnehmen und durch das neue Schild (Foto) ersetzen, das auf der Tenne liegt.
Eine schöne Winterarbeit ist auch das Herstellen von Ohrenkneifer*-Hotels aus umgedrehten Tontöpfen, die mit Stroh, Heu oder Holzwolle gefüllt werden. Ursula hat dafür schon Tontöpfe besorgt.

Die Töpfe sollen den nützlichen Ohrenkneifern, die besonders gern Blattläuse fressen, später als Tagesverstecke dienen und an Obstbäume in Doras Garten gehängt werden. Auf die Tontöpfe sollen die Namen der jeweiligen Obstbäume geschrieben werden, so dass Besucher erfahren, um welche Obstsorte es sich handelt. Gesucht werden noch Freiwillige, die eine einigermaßen lesbare Handschrift haben und die Namen auf die Tontöpfe schreiben.
Am Donnerstag war Carsten in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Buchholz, um die Möglichkeit eines gemeinsamen neuen Bauprojektes auszuloten. Maurermeister Christian, der schon unser Schmiedeprojekt federführend betreut hat, und seine Kollegen Christoph und Jannik (Foto) wollen
uns gern wieder mit jungen Berufsschülern unterstützen. Sie hatten gleich noch ein paar sehr interessante Verbesserungsvorschläge. Das Projekt werden wir allen Aktiven vorstellen, sobald die neuen Zeichnungen da sind, die Jannik anfertigen will.

Wie an jedem ersten Sonnabend im Monat will das Backteam beim Mühlenputz wieder backen. Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir in Doras Garten Sträucher zurückschneiden. Die Äste von Haselnusssträuchern können wir gut gebrauchen. Auch Weidenzweige werden benötigt.
Ansonsten kann an allen bekannten Baustellen weitergearbeitet werden. Und das Thema „Brennholz“ bleibt bei diesen Temperaturen auf jeden Fall aktuell. Wir freuen uns auf unseren Mühlenputz und auf Euch!
Liebe Grüße und „Glück zu!“
Emily und Carsten
* Der umgangssprachlich genannte Ohrenkneifer ist ein Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia). Er ist ein wichtiges Insekt im Garten, da er Schädlinge wie Blattläuse und Milben frisst.
Das männliche Tier ist an den deutlich gebogenen Zangen am Hinterleib zu erkennen, die der Verteidigung dienen.
Für Menschen sind Ohrwürmer völlig harmlos und ungefährlich, die Zangen können höchstens ein leichtes Zwicken verursachen. Die Tiere sind nachtaktiv und bevorzugen dunkle, feuchte Verstecke.